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19 -October -2018 - 10:59

Kindersanatorium Erich Steinfurth

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Das Erich Steinfurth Sanatorium - Der Spuk aus einem anderen Jahrhundert

Das ehemalige Erich Steinfurth Sanatorium weist noch heute viele Mythen auf. Misshandlung von Kindern? Etliche Todesfälle und Selbstmordversuche? Geister? Wir waren vor Ort.

Kurze Geschichte des Zinnowitzer Sanatoriums

1875 wurde das Kindersanatorium als Hotel "Belvedere" eröffnet. Schon 1907 kaufte die Arbeiter-Pensionkasse das Hotel.  20 Jahre später, 1927, erwirbt eine Stiftung der Deutschen Reichsbahn das "Belvedere". Das Gelände wurde nun zu einen Eisenbahnerhort für elternlose Kinder von Eisenbahnern umgestaltet. Die Kosten für den Umbau wurden aus Spenden finanziert. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg war das Gebäude ein Quartier für Flüchtlinge aus Polen und Tschechin und war von da an als "Seuchenkrankenhaus" bekannt. Im Jahr 1949 erhielt es den Namen "Erich Steinfurth Heim".  1958 wurde das "Erich Steinfurth Heim" als Kinderkurheim genutzt und danach als eine staatliche Einrichtung des Gesundheitswesens der DDR. Ab 1964 erfolgte dann die Umgestaltung in ein Kindersanatorium. 1967 war diese komplett abgeschlossen. Im Jahr 1991 verkaufte die Deutsche Eisenbahngewerkschaft das Kindersanatorium. Somit endet die Geschichte. 

Es wurden zwar viele Pläne für eine Umgestaltung in ein Hotel oder ein Altersheim gemacht, doch umgesetzt wurde davon nichts. Meist scheiterte es an der Genehmigung für den Umbau, da dass Gebäude unter Denkmalschutz steht. Heute sieht man, wie sich die Natur langsam alles zurückholt, was Ihr damals genommen wurde. 

Unser Besuch im Kindersanatorium Erich Steinfurth

Vorab: Wer wirklich Interesse hat, sich das Gelände und Gebäude anzusehen, sollte viel Zeit mitbringen.

Auf dem Gelände des Sanatoriums sieht man, außer dem Hauptgebäude, viele kleine versteckte Bungalows im Wald. Wir gehen davon aus, dass dort vielleicht Familien mit ihren kranken Kindern oder die Angestellten gehaust haben, da diese wie kleine Wohnungen aufgebaut sind. Man findet ansonsten viele kleine Schätze, wenn man genau hinschaut. Ein kleiner Spielplatz, den man hinter dem dichten Gebüsch nicht auf dem ersten Blick sehen kann oder ein altes Auto. Eine steinernde Treppe, die den Weg hinauf leichter macht. (Das Gebäude befindet sich auf dem Zinnowitzer Glienberg.) Ein kleines Pavillion. Garagen und Schuppen. Es lohnt sich auf jeden Fall sich alles anzuschauen, da man in fast jeder Ecke ein kleines Stück Geschichte findet. 

Kommen wir nun zu dem Hauptgebäude selbst. Geht man durch die Tür des Haupteingangs in das Gebäude, wird man links und rechts von sich kleine Räume sehen. Diese waren wahrscheinlich Zimmer für die Kinder. Leider kann man nichts genaueres dazu sagen, nur vermuten, da die Zimmer alle komplett leer geräumt sind. Geht man weiter ein paar Schritte weiter, kommt man in eine Art kleine Lobby mit Kamin. Die Stockwerke die sich weiter oben befinden, sind im Prinzip genau aufgebaut wie das Erdgeschoss. Jede Altersgruppe hatte damals Ihre eigene Etage und Ihren eigenen Aufenthaltsraum, wie Zeitzeugen berichten. Man sollte, wenn man sich nach oben begibt, auf jeden Fall vorsichtig gehen, da vieles schon verfällt und kaputt ist. Geht man in die Kellerräume findet man die Waschküche oder auch den Speisesaal. Außerdem befindet sich dort auch ein wunderschönes Theater.

All das werdet Ihr in unserer Bildergalerie finden.

Fazit:

Wundervolles Gelände und ein sehr schönes Gebäude, was leider von der Dorfjugend als Trink-und Sprayerplatz genutzt wird. Man sieht viele unsinnige Kritzeleien an den Wänden des Sanatoriums. Leider mussten auch viele andere Dinge, wie die Fenster, unter dem Vandalismus leiden.  

Ob es nun spukt oder nicht, können wir nicht sagen. Die ein oder anderen Dinge kamen uns schon komisch vor. Lag da vorhin nicht noch eine Lampe? Poltern auf der Treppe, aber kein Mensch zu sehen?  Wahrscheinlich ist das meiste alles nur Kopfsache, denn wenn man sich die Zeitzeugenberichte etc intensiv durchliest und sich etwas mit der Geschichte beschäftigt, geht man mit einem ganz anderen Gefühl dorthin, als ganz ohne Wissen über das Sanatorium. Am besten man macht sich selbst ein Bild darüber und entscheidet dann, ob man an dem Spuk glaubt oder nicht.

Auf jeden Fall ist es einen Besuch wert, denn solche Orte sollten nicht vergessen werden. 

- J.

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