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22 -July -2018 - 22:06

SED-Bezirksparteischule Schwerin / Neu Zippendorf

SED-Bezirksparteischule Neu Zippendorf - Der "Apachenhügel"

Die ehemalige Schule der SED befindet sich im Schweriner Stadtteil Neu Zippendorf. Unmittelbar in einem kleinen ruhigen Wohngebiet, steht dieses schon fast nicht mehr zu rettende Gebäude.

Kurze Informationen über die Bezirksparteischule:

Im Jahre 1979 wurde der riesige Gebäudekomplex fertig gestellt. Der Komplex besteht aus mehreren Komponenten: ein Internatsgebäude, ein großer Plattenbau mit 174 Schlafräumen über 6 Etagen aufgeteilt, einer 2. Mensa, die über 2 Etagen mit 200 Plätzen verfügt, ein Cafe mit rund 120 Plätzen und ein über 4 Etagen gehender Lektionsgebäude mit Hörsaal (500 Plätze). 

In der Nachwendezeit übernahm die Treuhand die Parteischule und verkaufte diese im Jahr 1992 an die städtische Schweriner Grund GmbH. 1993 vernietete die GmbH den Komplex an die Fachhochschule des Bundes für Arbeitsvermittlung. Kurzzeitig soll dort wohl ein Hotel betrieben worden sein. Seit dem Jahr 2000 ist das Gebäude leerstehend. 2003 ging der Komplex in den Besitz eines Hamburgers Investors über. Dieser stellte einen Bauantrag für eine Wohnungsanlage. Gebaut wurde bisher jedoch nicht.

Großbrand 2013 lässt Teil des Gebäudes einstürzen

An einem Sonntag im Januar 2013 entdeckte eine Frau gegen 11:30 Qualm über dem Gebäude und alarmierte sofort die Feuerwehr. Die Schweriner Berufsfeuerwehr und einige freiwillige Feuerwehrkräfte Schwerins waren schnell vor Ort. Den Männern viel es schwer, sich in dem Qualm zu orientieren. Daher ging eine Menge Zeit verloren, bis die Quelle des Brandes gefunden wurde. Es war der ehemalige Hörsaal der Parteischule. Ein Feuerwehrmann berichtete, dass die Stühle in dem Hörsaal in Flammen standen. Durch die enorme Hitze sind die Stahlträger des Gebäudes geschmolzen. Die Decke hatte keinen Halt mehr und stürzte ein. Unter dem Schutt glühte es weiterhin, wodurch die Löscharbeiten bis in die Nacht dauerten. Laut Augenzeugen war ein Löschwasserproblem außerdem noch ein Hindernis. Erst nach einer halben Stunde konnten die Feuerwehrkräfte anfangen zu löschen, da diese dann endlich aus einem weiter entfernten Hydrant Löschwasser beziehen konnten. 

Die Polizei ging von Brandstiftung aus. jedoch waren die Brandursachen von den Klimatechnikern nicht geklärt. Wie groß der Schaden wirklich war, ist unklar. Doch eins besteht immer noch - akute Einsturzgefahr.

Unser Besuch:

Das Gelände ist nicht großartig gesichert. Zwar steht ein Zaun drum rum, aber es gibt viele kleine Eingänge, in denen man auf den Komplex huschen kann. Alleine werdet ihr dort wohl nie sein, da es anscheinend ein beliebter Platz zum relaxen von Jugendlichen ist. Die Gebäude sehen von außen schon sehr mitgenommen aus. Ich kann mich nicht an ein heiles Fenster erinnern. Gesprayt wurde auch in vollen Zügen. Das Gelände an sich ist schon relativ bewachsen mit kleinen Bäumen, was es aber idyllisch aussehen lässt. In dem Gebäude selbst ist eigentlich nichts spektakuläres zu sehen. Die Stelle, wo letztes Jahr die Decke eingestürzt ist, befindet sich mitten in dem Gebäude. Eine Vermutung von mir ist, dass es deswegen nicht wieder saniert worden ist, bzw. stabilisiert, da das rankommen an die Trümmerteilen erschwert ist. In dem Gebäude sieht man nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte. Eine Menge leere Räume, die durch Vandalismus teilweise auch zerstört wurden. Wie ich auch feststellen musste, findet man schneller hinein als hinaus. Alleine sollte man sich das Gebäude deshalb nicht anschauen.

Fazit:

Wieder mal ein tolles Gebäude mit einem schönen Gelände, das zerfällt. Auch wenn man nicht mehr viel sieht, lohnt sich ein Besuch dorthin trotzdem.

Kleine Warnung vorweg: Ohne Taschenlampe seid ihr aufgeschmissen, da es stellenweise wirklich stockdunkel ist. Auf jeden Fall auch festes Schuhwerk und eine lange Hose anziehen, denn falls ihr mal stolpern solltet, werdet ihr wahrscheinlich auf Scherben landen, da diese so gut wie überall umher liegen. Außerdem, wie schon gesagt, bitte nicht alleine dort hinein gehen. 

- J

Bildgalerie

Hinweis! Die Bilder dieses Textes wurden von myheimat.de zu Verfügung gestellt.

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