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24 -May -2018 - 05:57

Betonschiff Redentin

Betonschiff Redentin - der Koloss aus dem zweiten Weltkrieg

Das Betonschiff in Redentin (Wismar) kennt wohl so ziemlich jeder, der einmal den Strand besucht hat. Doch die meisten Menschen wissen eigentlich nicht viel, wenn sie diesen Giganten aus weiter Ferne betrachten. Eines können wir verraten. Wir waren drauf und konnten uns jeden Winkel genauer unter die Lupe nehmen. 

 Kurze Geschichte

Da während des zweiten Weltkrieges Stahl knapp wurde, griff man die Idee auf, Schiffe wieder aus Leichtbeton herzustellen.  Das Schiff wurde zwischen 1943 und 1944 in Ostswine gebaut und sollte in Wismar ausgerüstet werden. Wahrscheinlich wurde es nie als Schiff genutzt, sondern nur als Lager. 1960 versuchte man das Schiff in den Hafen von Redentin zu schleppen, allerdings lief es bei dem Versuch auf eine Sandbank auf. (jetziger Standpunkt) Ein ähnliches Schiff, das Betonschiff "Capella", findet man in Rostock. 

Technische Daten

  • Baujahr: 1943/44
  • Typ: Seeleichter Wiking Motor
  • Bauwerft: Schalenbau KG; Dyckerhoff & Widmann KG Ostswine
  • Länge über alles: 40,5 m
  • Breite auf Spanten: 7,0 m
  • Tiefgang: 2,87 m
  • Seitenhöhe bis Oberdeck: 3,4 m
  • Antriebsleistung: 2 x 250 bis 300 PS
  • Tragfähigkeit: 627 m³

Unser Besuch

Vorab: Das Gebiet rund um das Schiff ist munitionsbelastet und sollte deshalb nur von erfahrenen Personen aufgesucht werden. Die Wahrscheinlichkeit sich zu verletzen ist extrem hoch. Oft liegen Trümmerteile auf dem Meeresboden, an denen man sich sehr schnell schneiden kann! 

Um zum Betonschiff zu gelangen, muss man sich schon auf einiges gefasst machen. Früher konnte man von einem Steg aus starten, was allerdings heute nicht mehr der Fall ist. "Privatgrundstück: Betreten verboten", heißt es. Somit bleibt einem nichts anderes übrig, als über den Zaun zu klettern, 200 hundert Meter durch ein Maisfeld zu laufen und danach durch das flache Wasser zu warten. Vom Steg aus sollte man nicht starten, da hier schnell die Polizei kommt, sofern man beim herüberklettern gesehen wurde. Das Wasser ist im normal Fall nicht höher als 50 cm, weshalb auch kein Boot, etc benötigt wird. Allerdings sollte halt auf Trümmerteile geachtet werden. 

 Sobald man beim Schiff angekommen ist, wird man sich erst einmal fragen: "Wie kommen wir dort hoch?" So einfach ist das leider nicht, aber später dazu mehr. Geht man einmal um das Schiff, findet man ein großes Loch, durch welches man zu mindestens in das Innere gelangt. Auch dort ist Vorsicht geboten: Viele kleine und spitze Teile liegen dort auf dem Boden. 

Um auf das Schiff zu gelangen, sollte man in der Lage sein, sein komplettes Körpergewicht hochziehen zu können. Ein Teil der noch vorhandenen Leiter steht an dem Schiff und genügt, um hochklettern zu können. Auch hier besteht die Gefahr sich böse zu verletzten. Sobald man auf dem Schiff ist, ist der schwierigste Teil eigentlich geschafft. Das herunterklettern könnte allerdings noch mal für Überraschung sorgen. Ins Wasser springen kann man nämlich nicht. Das Wasser geht maximal bis zu den Knien. Auf dem Schiff selber, gibt es tatsächlich einige spannende Sachen zu sehen. Möwen die dort hinfliegen, um in Ruhe zu sterben, einen Raum in dem man sich abseilen muss, um hineinzukommen und natürlich darf man auch den fantastischen Ausblick nicht vergessen. 

Fazit:

Das Betonschiff war eine tolle Tour, vor allem beim schönen Wetter macht ein Spaziergang richtig Spaß. Leider darf man die Gefahren nicht unterschätzen, denn die Wahrscheinlichkeit sich zu schneiden ist enorm hoch. Die ganzen Bilder unserer Tour findet ihr in unserer Bildgalerie. 

- S.

Bildgalerie

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