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17 -December -2018 - 15:23

Gutshaus Pötenitz

Gutshaus Pötenitz

Wenige Kilometer vor Travemünde findet man den Ort Pötenitz. Unauffällig im Wald steht seit Jahren ein Gutshaus und zerfällt. Wir haben uns trotzdem einmal das "Gutshaus Pötenitz" angeschaut und durchaus spannende Sachen zu sehen bekommen. 

Geschichte:

Das Gut befand sich von 1782 bis 1902 im Besitz der Familie Eckermann. Sie ließen das Herrenhaus zwischen 1854 und 1857 im Stil der Neogotik umbauen. Es folgte als Eigentümer Anton v. Brocken, im Besitz seiner Familie verblieb das Gut bis 1945. Das Herrenhaus erfuhr ab 1911 weitere Umbauten nach Plänen des Architekten Paul Korff, bei denen die Seeterrasse und ein Turm entstanden. Nach 1945 diente es vorerst als Unterkunft für Flüchtlinge, später als Gemeinde- und LPG-Büro, Schule, Kindergarten und Konsum. Nach einigen Jahren Leerstand erwarb 1996 ein Kasseler Geschäftsmann das Herrenhaus und angrenzende Grundstücke. Er plante den Ausbau des Areals zu einem Luxushotel mit Poloplatz und den Bau weiterer Ferienwohnungen in den Nebengebäuden und Eigenheimen. Eine jahrelange Geschichte, in der Subventionsbetrug, Veruntreuung, Zwangsversteigerungen, Anklagen, Verurteilung und neue Investoren eine Rolle spielen, folgte. In der Zeit verkamen die Gebäude weiter, bis 2007 das Gelände wieder - dieses Mal an spanische Investoren - veräußert wurde. Und der Verfall geht seither weiter.

Auf dem Gelände:

Unaufällig kommt man nur durch den Wald auf das Gelände. Der Vordereingang ist gut abgezäunt und ein hinüberklettern, aufbrechen etc. würde von den Nachbar - Häusern schnell gesehen werden. Geht man den Waldweg einige 100 Meter entlang, so findet man fix eine offene Stelle. Das Gelände selbst ist dicht bewachsen, auch das Gutshaus ist nur so von Grün umgeben. Lasst euch deshalb bitte nicht von den obigen Bild täuschen, es ist etliche Jahre alt. Sobald man das Gutshaus in den tiefen des Waldes gefunden hat, stellt man schnell fest,  wie stark das Gebäude schon verfallen ist. 

Im inneren sieht es leider nicht viel besser aus. Zwar sind Sanierungsansätze zu finden, allerdings wurde leider bis auf das Dach nicht viel getan. in der Ersten Etage findet man überraschender Weise, eine Menge Papierkram, Akten, Dokumente etc. Es ist schon spannend zu sehen, was einmal geplant war und was dann im Endeffekt umgesetzt worden ist. Geht man in die oberen Etagen entdeckt man nicht mehr viel, sehr schön ist allerdings die Dachterrasse, von der man einen wunderschönen Ausblick genießen kann.

Die vor ca. 20 Jahren erbauten Ferienhäuser findet man ebenfalls noch auf dem Gelände. In ihnen findet man allerdings nicht mehr, als ein paar Baustoffe. Im Vergleich zum Hauptgebäude sind die Wohnhäuser noch sehr gut erhalten. Weder besprayed noch zerstört. 

Fazit:

Es ist eine Schande, dass man das Gutshaus von Pötenitz so zerfallen lassen hat. Eine Tour dorthin ist auf jeden Fall sehr interessant. Vor allem der ganze Papierkram macht einen wirklich neugierig, was doch alles geplant war. Sollte man im Sommer dorthin gehen, ist lange Kleidung Pflicht. Es wimmelt dort nur so von Mücken.

- S.

Bildgallerie

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