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19 -October -2018 - 10:59

Die verbotene Halbinsel

Die verbotene Halbinsel

Ein Zaun direkt am Strand. Kaum vorstellbar. An der Ostsee ist dieses Phänomen Realität und dieses sorgt täglich für neugierige Passanten und Touristen. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter den ganzen Absperrungen und Verbotsschildern? Die ehemals größte Flak-Artillerie-Schule des Deutschen Reiches.

Der Beginn eines Sperrgebietes

Die Halbinsel wurde 1933 von der Wehrmacht erworben, um dort die größte  Flak-Artillerie - Schule des Deutschen Reiches zu errichten. In kürzester Zeit entstanden riesige Kasernenanlagen, ein Flugplatz, sowie mehrere kleine Häfen. Die Artillerie - Schule war Adolf Hitlers ganzer Stolz. Anfang 1937 zeigte er seinen Komplizen Benito Mussolini den größten und modernsten Ausbildungskomplex Deutschlands. Knapp 3000 Soldaten waren auf dem Gelände stationiert, die Offiziere wohnten in der Gartenstadt. Neben riesigen Kasernen entstanden außerdem noch, ein Krankenhaus, Kaufhäuser, Turn und Schwimmhalle, sowie ein Kino. Es fehlte an nichts. Am 2. Mai 1945 wurde die Halbinsel kampflos an die sowjetischen Truppen übergeben. Für die neuerliche Nutzung wurden mehrere Gebäude umgebaut, bzw. weitere errichtet. So entstanden z.B. neue Fahrzeug / Flugzeughallen, sowie Mannschaftsunterkünfte. Erst im Oktober 1993 verließ die Sowjetarmee das Gelände, doch die Insel blieb weiterhin Sperrgebiet.

Betreten verboten!

Auch im Jahre 2016 ist das Gelände nicht betretbar. Meter hohe Zäune, Wachdienst und Hunde passen darauf auf, dass neugierige Passanten stets hinterm Zaun bleiben. In Scharren kommen sie und bestaunen die Gebäude, welche man schon vom Strand aus sehen kann. Mittlerweile hat sich die Natur vieles zurückgeholt, wie z.B. die ehemalige Gartenstadt, bzw. was davon noch übrig ist. (sichtbar vom Strand aus) Dabei gab es so ehrgeizige Pläne.

Die Gartenstadt sollte ausgebaut und saniert werden. Ein Yachthafen, sowie ein Reiterhof sollten enstehen und ein Naturlehrpfad für Führungen im Naturschutzgebiet mit Infozentrum und Aussichtsturm am "Tower" waren geplant. Doch was ist aus diesen Plänen geworden?

Nichts! Der Motorenverkehr wäre zu groß gewesen, so der Bürgermeister. Da keine Einigung zustande kam wurden die Bebauungspläne 2004 niedergelegt und die Insel ist seitdem komplett dicht. Auch Führungen werden nicht mehr gestattet.

Mittlerweile sind mehr als 11. Jahre vergangen und eines ist sicher, auf der Halbinsel wird nie wieder etwas gebaut, bzw. saniert werden. Wald ist entstanden. Und wo in Deutschland einmal Wald ist, wird auch immer Wald bleiben. Somit dürfte die Halbinsel früher oder später ein komplettes Naturschutzgebiet sein. Der ehemalige Flugzeug - Tower steht bereits im Naturschutzgebiet.

Auf dem Gelände stellten wir schnell fest, dass wie oben schon beschrieben, viele Gebäude von der Natur stark zerstört worden sind. Trotzdem wirkt alles noch sehr imposant und das komplett ohne irgendwelchen Kabeldiebstahl, sinnloser Kritzeleien, etc.

In diesen Wohnhäusern wurde alles stehen und liegen gelassen.

Ein alter Ofen mit allerdings "neuwertigeren" Müll.

Diese Gasmasken hat die Sowjetarmee anscheinend vergessen.

Schlusswort:

Es war schon etwas ganz besonderes, einmal diese Insel betreten zu haben. Es ist sehr schade, dass die Gebäude nach und nach zerfallen werden und irgendwann nur noch der Zaun am Strand daran erinnern wird, dass hier einst die größte Flak-Artillerie-Schule Deutschlands gestanden hat.

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