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24 -May -2018 - 05:53

DDR Sonderwaffenlager Vogelsang

Willkommen in Vogelsang

Vogelsang (ein Ortsteil der Stadt Zehdenick) war schon immer ein bedeutender Ort des Militärs. Direkt nach ende des zweiten Weltkrieges nistete sich die "GSSD" ein. Kurz darauf entstand eines von insgesamt drei Sonderwaffenlagern der DDR. Wir haben uns den Wald zwischen Lychen, Templin und Fürstenberge einmal zu Gemüte geführt und waren mehr als erstaunt.

Geschichte:

Gebaut wurde das Sonderwaffenlager 1952 durch die Bau - Union Potsdam. Das Gelände hat eine beachtliche Größe von ca. 1400 Hektar und besteht/bestand aus einer Bogendeckung mit Kopfbau (Umschlaghalle), Raketenhalle, Unterkunftsgebäude, Sozialgebäude, Lazarett, Kulturhaus, Sporthalle, Schule, Heizhaus, Wasserwerk ,Kfz-Hallen und einem Wachgebäude. Desweiteren standen vier Startstellungen für SS-4 (R-12) und eine Startstellung für SS-3 (R-5M) Raketen zu Verfügung. Auch ein Anschlussgleis vom Bahnhof Vogelsang war vorhanden. Im Jahre 1992 wurde das Gelände der deutschen Verwaltung übergeben und befindet sich seit 2007 in Rückbau.

Auf dem Gelände:

Nachdem wir eine Weile durch den Wald gingen, stießen wir auch schon auf die ersten Stacheldrahtzäune. Hier war wirklich große Vorsicht geboten, Stacheldraht soweit das Auge reicht. Das Gelände zu betreten stellt allerdings kein Problem da, es muss halt jeder Schritt genau bedacht sein. Und dann sahen wir ihn auch schon, den Koloss.

Schon von weiten war uns klar gewesen, dass es sich hierbei nicht um einen natürlichen Berg handelt. Wie groß dieser Bunker aber wirklich ist, wird einem wohl erst bewusst, wenn man unmittelbar vor ihm steht. Natürlich hätten wir ihn auch gerne von innen besichtigt, aber hineinkommen ist unmöglich. Denkste! Durch einen schmalen Lüftungsschacht können "dünne Menschen" in das Innere des Bunkers gelangen.

Leider hatten wir dafür nicht die passende Ausrüstung mit und konnten letztendlich nicht hinein. Wahrscheinlich hätte es nicht einmal die Kamera unbeschädigt überstanden. Also schauten wir uns weiter auf dem Gelände um. Wir entdeckten Schützengräben, kleinere Ruinen und einen Wachturm. Dann gingen wir weiter und entdeckten kurzerhand gleich den nächsten riesigen Bunker. 

Hier ist allerdings kein hineinkommen mehr möglich. Also gingen wir einmal um ihn herum, nach der Hoffnung dort einen Eingang zu finden. Doch auch hier nur eine verschlossene Tür. Allerdings entdecken wir hier zwei intakte Stromkabel, welche Funken versprühten und "knisterten" bei gegenseitiger Berührung. Woher der Strom kommt, konnten wir nicht herausfinden, allerdings schreibt jemand auf einer "Geo - Caching Plattform" folgendes: "Ich finde es unmöglich, dass wir hier auf intakte "Stromkabel" stoßen mussten. Eins lag auf dem Boden und wir brachen unsere "Caching - Tour" dann ab."

Neben den zwei riesigen Bunkern entdecken wir auch noch mehrere kleine. Überraschender Weise waren alle geöffnet und zumindestens dort konnten wir einen Blick hineinwerfen. Allerdings war nichts sehenswertes mehr zu finden. Kurz bevor wir wieder zurückgehen wollten, knallte es sehr kräftig. Das konnte natürlich nicht ungeklärt bleiben und so folgten wir den lauten Geräuschen. Die Ursache hierfür ist leider eine sehr unschöne. Ein Bagger machte die letzten Kasernenreste dem Boden gleich. Somit sind wirklich nur noch die Bunkeranlagen zu finden, allerdings werden die zum Glück nicht so schnell verschwinden, wie der Rest des ehemaligen Sonderwaffenlagers.

Fazit:

Das ehemalige Sonderwaffenlager der DDR war mit Abstand eines der spannendsten Locations, welche wir seit langem wieder einmal gesehen haben. Frei von jeglicher Zerstörungswut oder sinnloser Grafitsprayerei. Leider wurde der Rest mittlerweile Abgerissen, doch alleine die Bunkeranlagen waren die Anreise wert.

- S.

Bildgalerie

 

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